Dachschräge nutzen: Durchgangshöhe im Treppenhaus planen
Eine Dachschräge im Treppenhaus ist kein Mangel, sondern eine planerische Aufgabe. Wer den Raum bis unter den First führt, gewinnt Fläche, muss aber die Durchgangshöhe an jeder Stelle einhalten. Die entscheidende Größe ist die lichte Höhe zwischen der obersten Trittstufe und der darüberliegenden Decke oder Schräge. Sie darf nicht unterschritten werden, sonst wird die Treppe zum Hindernis – und im schlimmsten Fall zum Sicherheitsrisiko.
Bevor Sie die Treppe bestellen oder die Schräge verkleiden, sollten Sie die Maße von Treppe und Tür prüfen, denn beide Bauteile greifen ineinander. Die Durchgangshöhe ergibt sich aus der Steigung, der Anzahl der Stufen und dem Verlauf der Schräge. Eine Treppe mit 18 Stufen und 18 Zentimetern Steigungshöhe erreicht nach 15 Stufen bereits 2,70 Meter. Läuft die Schräge in diesem Bereich flach aus, bleibt oft nur ein schmaler Streifen mit ausreichender Höhe übrig. Wer hier zu spät rechnet, muss die Treppe versetzen oder die Schräge aufwendig abfangen.
Die Norm DIN 18065 fordert für Treppen in Wohngebäuden eine lichte Höhe von mindestens zwei Metern über der nutzbaren Treppenbreite. Dieser Wert gilt nicht nur in der Mitte, sondern über die gesamte Breite, die begangen wird. Bei einer Dachschräge bedeutet das: Die Höhe muss auch am Rand der Treppe stimmen, nicht nur im Scheitelpunkt. Prüfen Sie deshalb jeden Punkt entlang der Steigungslinie. Ein Höhenunterschied von wenigen Zentimetern kann darüber entscheiden, ob die Treppe genehmigungsfähig ist oder nicht.
Praktisch hilft eine einfache Schnittzeichnung im Maßstab 1:50. Tragen Sie die Treppenstufen, die Rohdecke und den Schrägenverlauf ein. So sehen Sie sofort, wo die Zweimeterlinie die Schräge schneidet. Liegt der Schnittpunkt zu weit unten, können Sie die Treppe steiler stellen, den Antritt verschieben oder die Schräge mit einer Abkastung begradigen. Jede dieser Lösungen hat Folgen für den Grundriss und die Statik. Klären Sie die Variante mit dem Tragwerksplaner, bevor Sie Wände oder Decken anpassen. Eine früh abgestimmte Planung spart später teure Umbauten und sorgt dafür, dass die Dachschräge tatsächlich nutzbar wird.